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Europäisches Forscherkonsortium untersucht chronische Nierenerkrankungen mit den neuen Methoden der Systembiologie
25 Forschergruppen aus 15 Ländern untersuchen eine schwerwiegende Komplikation von Diabetes und Bluthochdruck
(Wien, 2. 3. 2010) SysKid, ein großes europäisches Forschungsprojekt, soll mit den modernen Methoden der Systembiologie neue Erkenntnisse über eine häufige Komplikation von Diabetes und Bluthochdruck liefern: chronische Nierenerkrankungen. Verbesserte Methoden zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Nierenleiden sind das Ziel. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit 11,8 Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm 7 (FP7) gefördert, das gesamte Projektvolumen beträgt rund 16 Millionen Euro. Von 9. – 11. März 2010 findet das erste Konsortialtreffen der SysKid-Forscher an der Medizinischen Universität Wien statt, am 12. März 2010 wird SysKid an der Medizinischen Universität Innsbruck vorgestellt.
In Europa leiden etwa 50 Millionen Menschen, zehn Prozent der Bevölkerung, an einer chronischen Nierenerkrankung. Die meisten Patienten befinden sich in frühen Stadien. Stellen Ärzte die Diagnose zu diesem Zeitpunkt, können sie die Erkrankung behandeln und so versuchen, das Spätstadium und damit die Dialyse oder eine Nierentransplantation zu verhindern.
Allerdings ist bei einer Nierenschwäche nicht nur die Funktion des Organs selbst eingeschränkt. Eine Niereninsuffizienz kann auch das Herz-Kreislaufsystem sowie den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen - ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Osteoporose ist die Folge.
Besonders gefährdet sind Patienten mit Diabetes und Bluthochdruck: Ein chronisches Nierenleiden ist bei ihnen eine häufige Komplikation. In Europa ist die Anzahl der Diabeteserkrankungen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, rund sieben Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Darum gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Patienten mit Nieren-, Herz- und Gefäßerkrankungen in der Zukunft steigen wird, und damit parallel auch die Sterblichkeit an diesen Leiden. Fortschritte bei der Früherkennung und Prävention von Nierenerkrankungen sind daher von großer Bedeutung.
„Die Forscher von SysKid werden mit den modernen Methoden der Systembiologie die Auswirkungen von Diabetes und Bluthochdruck auf die Nierenfunktion untersuchen“, sagt Dr. Bernd Mayer, geschäftsführender Partner der F&E-Firma emergentec biodevelopment GmbH, Wien, der das Projekt koordiniert. „Wir konzentrieren uns auf das Anfangsstadium chronischer Nierenerkrankungen, um bessere Strategien für die Prävention, Diagnostik und Therapie zu entwickeln.“
Über den Koordinator
Emergentec biodevelopment (www.emergentec.com), ein Life Science Unternehmen (KMU) mit Firmensitz in Wien, identifiziert Biomarker für immundiagnostische und –therapeutische Anwendungen durch computergestützte Systembiologie. Ein Entwicklungsschwerpunkt beschäftigt sich mit Gefäßerkrankungen.
Emergentec ist das erste forschende österreichische KMU, das seit Bestehen des FP7 Programms seit drei Jahren als Koordinator in einem dieser Projekte fungiert, noch dazu in einem großen Verbundprojekt. Die Größe und das Volumen von SysKid ist ebenfalls bemerkenswert: 25 Partnern in 15 Ländern stehen in den nächsten fünf Jahren ein Projektvolumen von ungefähr 16 Millionen EUR zur Verfügung, davon 11,8 Millionen EUR an EU-Fördergeldern.
Über das Konsortium
SysKid ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt: Mediziner, Statistiker, Epidemiologen, Molekularbiologen und Bioinformatiker von Universitätskliniken, Forschungsinstituten und Biotech-Unternehmen arbeiten zusammen. Dem Konsortium gehören Forschergruppen aus folgenden Ländern an: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Israel, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien, Ungarn und USA. Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von fünf Jahren.
Mehr Informationen unter: www.syskid.eu |
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